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Die Gesichter der Kampagne: Thomas Lieb, Leiter des Herzkatheterlabors

Im Interview: Thomas Lieb über seine Arbeit am Universitätsklinikum Augsburg

Bereits seit über 25 Jahren arbeitet Thomas Lieb in der Pflege. Seit 2015 leitet er das Herzkatheterlabor des Universitätsklinikums Augsburg. Er und sein Team stehen rund um die Uhr bereit, um Patienten mit Herzerkrankungen zu versorgen – sowohl geplante diagnostische und therapeutische Eingriffe als auch die Akutversorgung von Patienten mit Herzinfarkt finden hier statt.

"Hier mache ich wirklich etwas Sinnvolles: Menschen helfen!"

Thomas Lieb
Leiter des Herzkatheterlabors

Herr Lieb, wie kam es, dass Sie einen Beruf in der Medizin ergriffen haben?

Schon während meiner Zeit bei der Bundeswehr habe ich als Sanitäter gearbeitet. Das hat mir gut gefallen. Dann konnte ich mich zuerst nicht zwischen einem Biologiestudium und dem Pflegeberuf entscheiden. Ich wollte gerne gleich praktisch arbeiten – so bin ich zur Krankenpflege gekommen.

Sie haben zwei Jahrzehnte als Krankenpfleger in der Inneren Medizin gearbeitet. Wieso der Wechsel ins Herzkatheterlabor?

Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln und suchte eine neue Herausforderung. Die Stelle im Herzkatheterlabor war ausgeschrieben, und ich war interessiert – vor allem auch, weil ich zuvor in meiner Arbeit als Krankenpfleger schon viele Berührungspunkte mit der Kardiologie hatte.

Wie kann man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen?

Ich bin viel mit organisatorischen Dingen beschäftigt: Dienstpläne erstellen, Abläufe koordinieren, Hygienethemen bearbeiten etc. Außerdem bin ich ständig in Kontakt mit verschiedenen Schnittstellen im Haus: Stationen, Ärzten, den Hygieneverantwortlichen, dem Einkauf, der Medizininformatik, dem Qualitätsmanagement und vielen anderen.

Das klingt ja fast nach einem Schreibtischjob.

Es ist ein Schreibtischjob, aber dazu kommt dann ja die praktische Arbeit im Labor, zum Beispiel im Bereitschaftsdienst, bei Personalausfall oder wenn neue Untersuchungsmethoden etabliert werden.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit?

Man hat das Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen. Außerdem kann man ziemlich viel selbst entscheiden, man kann seine Arbeit gut selbst organisieren. Natürlich muss man sich an Vorgaben halten, aber im Einzelfall kann ich entscheiden: Was ist wichtig? Was mache ich zuerst? Wie setze ich meine Prioritäten? Wie auch zuvor in der Pflege ist es ein sehr gutes Gefühl, wenn man Menschen helfen kann. Man baut Beziehungen auf, die zumindest für die Zeit halten, in der wir die Patienten betreuen, manchmal auch länger. Und wenn man jemand ist, der Menschen mag, ist das ein toller Beruf!

Wie würden Sie die Atmosphäre im Kollegium beschreiben?

Wir sind ein buntes Team voller unterschiedlicher Charaktere und arbeiten super zusammen, wenn es drauf ankommt. Wir müssen gut eingespielt sein – auch mit den Ärzten, mit denen wir uns eng abstimmen. Auch außerhalb unserer Abteilung gibt es einen tollen Zusammenhalt. Man denkt ja immer, so ein Klinikum ist wie eine große Fabrik. Dabei geht es bei uns genauso familiär zu wie in kleineren Häusern: Man hat sehr viele Kontakte, trifft sich zum Teil auch privat – egal, wo ich etwas brauche, ich bekomme immer Hilfe. Auch die Führungsebene unterstützt uns gut. Das schätze ich sehr. Man fühlt sich nie allein gelassen, sondern wie in einer großen Familie.

Welche Voraussetzungen muss man für die Arbeit im Herzkatheterlabor mitbringen, was wünschen Sie sich von neuen Kollegen?

Pflegekräfte, die im Herzkatheterlabor arbeiten möchten, brauchen keine spezielle Zusatzausbildung. In erster Linie braucht man ein großes Interesse am Fachbereich der Kardiologie und sollte entsprechende Kenntnisse mitbringen. Neben dem Fachwissen geht es mir aber vor allem um die Grundeinstellung und das Menschliche: Ich suche jemanden, der neugierig ist und lernen will, der wissen möchte, worum es geht. Jemanden, der mitdenkt, der sich in die Patienten einfühlt. Wenn man auf der Behandlungsliege liegt, hat man Angst! Ich möchte, dass dieses Feingefühl im Umgang mit Patienten bei neuen Mitarbeitern da ist. Der Patient soll sich verstanden fühlen und merken, dass wir alles dafür tun, dass es ihm besser geht. In unserem Job muss man außerdem immer hochkonzentriert arbeiten – man kann nicht einfach während einer Untersuchung abschalten. Auch das Umschalten zwischen den Arbeitsbereichen ist eine Herausforderung: Die Arbeit am PC und mit Patienten ist eben ganz unterschiedlich!

Klingt insgesamt nach einer echten Herausforderung!

Ja, aber wir haben ein strukturiertes Einarbeitungskonzept, und mithilfe von zwei Praxisanleiterinnen werden neue Kollegen innerhalb von drei bis vier Monaten sehr gut eingearbeitet. Außerdem bieten wir sehr interessante Arbeitszeitmodelle: Wir haben ja Bereitschaftsdienst, und dadurch ergeben sich relativ viele freie Tage. Während ich in der Pflege auf der Station oft erlebt habe, dass man Beschwerden nur lindern konnte, können wir den Patienten im Herzkatheterlabor in lebensbedrohlichen Situationen meist effektiv und schnell helfen. Da kommt ein Patient mit Todesangst, wir behandeln ihn zwei Stunden, und er kann danach oftmals wieder lächeln, es geht ihm wieder gut. Das Erlebnis allein ist schon einmalig!

Wir haben Ihr Interesse geweckt?

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