Pflege! Da geht was.

Neue Kraft für einen starken Beruf

Der Pflegeberuf: Er ist anstrengender als manch anderer. Er erfordert viel Aufmerksamkeit, Stärke und Geduld. Aber er bietet auch zahlreiche interessante Facetten und gibt ein Mehrfaches von dem zurück, was man in ihn investiert. Vor allem die Arbeit mit Menschen macht ihn wertvoller und sinnstiftender als vieles andere, womit Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen.

Und doch ist dieser so wichtige Beruf zu einem gesellschaftlichen Problemfeld geworden. Der Grund: der deutschlandweit zunehmende Mangel an Pflegekräften. Laut der Gewerkschaft ver.di fehlen in den deutschen Krankenhäusern rund 80.000 Kräfte im Pflege- und Funktionsdienst, 12.000 davon in Bayern. Auch vor dem Universitätsklinikum Augsburg hat dieser Missstand nicht Halt gemacht.

Doch das Klinikum hält dagegen und zeigt Flagge

Noch bevor im November 2018 das "Pflegepersonal-Stärkungsgesetz" (siehe Infobox) beschlossen wurde, hat das Universitätsklinikum Augsburg die Initiative ergriffen: Bereits seit Ende 2017 wurden im Haus erste kurzfristig wirkende Maßnahmen umgesetzt, die Pflegekräfte entlasten und ihre Arbeit erleichtern sollen.

Seit Sommer 2018 hat der Gesamtvorstand des Klinikums zusätzliche Maßnahmenpakete zur Stärkung der Pflege beschlossen. Der Beschluss basierte auf Empfehlungen der betrieblichen Kommission „Runder Tisch Pflege“ und Arbeitsgruppen. Diese wurden nach wiederholten Streikmaßnahmen gegründet und sind mit Vertretern des Klinikums, des Personalrates und aus der Pflege – den so genannten Stations- und Teamdelegierten (ver.di) – besetzt. Eine extra berufene Task Force „Pflege!“ entscheidet darüber hinaus, für welche Maßnahmen die Gelder aus einem Sonderbudget des Trägers in Höhe von einer Million Euro eingesetzt werden.

Ende des Jahres dann ein weiterer Meilenstein: Nach langen Verhandlungen haben das Universitätsklinikum Augsburg und die Gewerkschaft ver.di am 29. November 2018 einen Vertrag zur Entlastung der Pflege unterzeichnet. Hierin wurden verschiedene Vereinbarungen getroffen, die den Pflegeberuf weiter aufwerten und attraktiver machen sollen. Rund zehn Millionen Euro wird das Klinikum hierfür aufwenden.

Mit seinen kontinuierlichen Bestrebungen zur Stärkung des Berufes und der gleichnamigen Kampagne zeigt das zukünftige Universitätsklinikum mit Überzeugung: „Pflege! Da geht was.“

… und gibt auch symbolisch Gas

Das auffällig gestaltete APE Mobil, ein dreirädriger Piaggio-Roller mit integrierter Kaffeebar, ist als sicht- und fahrbarer Infostand in Sachen Kampagne auf dem Klinikumgelände und zukünftig auch auf Gesundheitsmessen, Jobbörsen und in der Augsburger Innenstadt unterwegs. Hier können sich Mitarbeiter, Patienten und Besucher einen Kaffee nehmen und mit Mitarbeitern aus der Pflege ins Gespräch kommen. So können Fragen beantwortet, Vorurteile abgebaut und Interesse für den Beruf geweckt werden.

Mit diesen Maßnahmen stärken wir die Pflege

Verbesserung der Organisation auf der Station: Entlastung durch Servicehelfer und Teamassistenten

Durch die Einführung neuer Stellenprofile auf den Stationen werden ausgebildete Pflegekräfte erheblich entlastet: Medizinische Teamassistenten unterstützen Pflegepersonal und Ärzte beispielsweise bei der Dokumentation, der Ablaufplanung und bei Aufnahmegesprächen. Servicehelfer verteilen Essen und Getränke und helfen beim Bettentransport und anderen nicht-pflegerischen Aufgaben.

Digitalisierung auf der Station

Ein entscheidender Schritt zur Entlastung von Pflegekräften ist die Digitalisierung auf den Stationen. Dank mobiler Monitore lassen sich Patientendaten ebenso wie Vitaldaten wie beispielsweise Blutdruck, Puls, Temperatur und Sauerstoffsättigungbei bei der Visite schnell und einfach direkt am Krankenbett erfassen. So erfasste Daten sind auf den Stationsmonitoren für Ärzte und Pflegende jederzeit zugänglich, ersparen aufwändige handschriftliche Berichte und das Suchen nach Akten. Unter anderem für die Digitalisierung wurde durch den Verwaltungsrat ein Sonderbudget in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung gestellt.

Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse

Gemeinsam mit dem Berufsbildungszentrum Augsburg & Schwaben werden Pflegekräfte, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, im Deutschkurs begleitet und am Universitätsklinikum Augsburg eingearbeitet. Nach erfolgreicher Anerkennung ihres ausländischen Abschlusses erhalten sie als examinierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte eine Anstellung am Klinikum.

Mehr über die Anerkennung erfahren Sie hier: Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse.

Weiterbildungskurs zur Stationsleitung

In Kooperation mit dem Bildungsunternehmen perspektive PERSONALENTWICKLUNG sowie der Hamburger Fern-Hochschule HFH bietet das Universitätsklinikum Augsburg Mitarbeitern aus dem Pflegebereich eine Weiterbildung zur Stationsleitung an. Das Besondere: Nach erfolgreichem Abschluss wird das erste Semester im Studiengang Pflegemanagement an der HFH anerkannt.

Mehr erfahren Sie hier: Management einer Organisationseinheit | Stationsleitungskurs.

Unterstützung von Führungskräften

Führen will gelernt sein. Um Mitarbeiter in höheren Positionen in ihrer Arbeit zu unterstützen und beim „Führen zu leiten“, bietet das Universitätsklinikum Augsburg regelmäßig einen Coaching-Tag, beispielsweise für Stationsleiter oder Zentrumsmanager. Eine Beraterin im Haus steht den Mitarbeitern jederzeit für Beratungsgespräche und zur Konfliktlösung zur Verfügung – sowohl Mitarbeitern in Leitungspositionen, die Unterstützung benötigen, als auch Angestellten bei Schwierigkeiten mit ihrer Führungskraft.

Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Seit Januar 2018 konnte mit der Unterstützung unserer Mitarbeiter eine Vielzahl neuer Kollegen in der Pflege eingestellt werden. Als Dank für die Werbung wird ein finanzieller Bonus ausgezahlt: für Mitarbeiter bei Einstellung eines neuen Kollegen eine Prämie von 2.500 Euro. Und auch der geworbene neue Mitarbeiter erhält nach bestandener Probezeit 1.000 Euro als Willkommensbonus.

Förderung der Ausbildung, Unterstützung der Auszubildenden

Auch in der hausinternen Ausbildung geht das Universitätsklinikum Augsburg neue Wege, denn gut ausgebildete Schüler sind die Fachkräfte von morgen. Auszubildende haben mit dem Praxisanleiter einen verbindlichen Ansprechpartner und es gibt Einführungstage auf den Stationen. Und besonders wichtig: Die jungen Kollegen erfahren am Klinikum Wertschätzung, lernen Verantwortung zu übernehmen und werden von Beginn an ins Team integriert. Viele Auszubildende wissen das zu schätzen und fangen nach der Ausbildung im Klinikum an.

Mehr erfahren Sie hier: Ausbildungsberufe.

Führungen für externe Pflegeschüler

Externen Krankenpflegeschulen bietet das Universitätsklinikum Augsburg Führungen an. Pflegeschüler erhalten dadurch Einblicke in die vielfältigen Arbeitsgebiete und Aufgabenfelder von Pflegekräften in einem Haus der Maximalversorgung – und manchen Schüler hat das Klinikum dabei so fasziniert, dass er oder sie sich anschließend hier beworben hat.

Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Junge und jung gebliebene Menschen im BFD oder FSJ werden am Universitätsklinikum Augsburg von Beginn an intensiv betreut. Im Rahmen eines Vorbereitungstages werden sie auf ihre Arbeit auf der Station vorbereitet und können das Pflegepersonal bestmöglich unterstützen. Dank BFD und FSJ konnten in den vergangenen Jahren viele Interessenten für eine Ausbildung an der Akademie für Gesundheitsberufe gewonnen werden.

Mehr über die Freiwilligendienste erfahren Sie hier: Praktika, BFD, FSJ und Ehrenamt.

Politischer Hintergrund: das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Ende Juli 2018 hat das Bundeskabinett den Entwurf vorgelegt, im November 2018 wurde es beschlossen: das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Auf Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erarbeitet, soll es dazu beitragen, das Problem des Pflegekräftemangels zu lösen.

Ab 2019 wird jede zusätzliche Pflegekraft in Krankenhäusern von den Gesundheits- und Krankenkassen finanziert. Jede Klinik soll dadurch so viel Personal einstellen können, wie benötigt wird. Zudem wird zukünftig kontrolliert, ob tatsächlich genügend Pflegepersonal beschäftigt ist. So soll eine Gefährdung von Patienten aufgrund mangelnder pflegerischer Versorgung verhindert werden. Ab 2020 wird die Finanzierung der Pflege in den Krankenhäusern grundlegend verändert: War dieser Kostenfaktor bisher in der Fallpauschale für bestimmte ärztliche Leistungen enthalten, wird die Pflegeleistung dank eines eigenen Budgets zukünftig nach dem tatsächlichen Pflegebedarf vergütet. Um den aktuellen Mangel an Pflegekräften langfristig zu beheben, will die Regierung den Beruf aufwerten und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie unterstützen. Zudem soll die betriebliche Gesundheitsförderung der Krankenhäuser gestärkt und mehr Geld zur Ausbildung von Pflegepersonal zur Verfügung gestellt werden. Die Digitalisierung der Pflege und damit die Vereinfachung bestimmter Abläufe soll von der Pflegeversicherung gefördert werden.

Wir haben Ihr Interesse geweckt?

Hier geht es zu allen aktuellen Stellenausschreibungen des Universitätsklinikums Augsburg.

 

Karte ausblenden